
Warum Implantate vor einer Untersuchung wichtig sind
Wenn Sie ein Implantat tragen – etwa einen Herzschrittmacher, Gelenkersatz oder Gefäßstent –, müssen wir vor Ihrer Untersuchung genau prüfen, ob eine Bildgebung mit MRT oder CT möglich und sicher ist.
Das dient Ihrer Sicherheit und der Qualität Ihrer Untersuchungsergebnisse.
Implantate und CT (Computertomographie)
Bei einer CT-Untersuchung entstehen Bilder durch Röntgenstrahlen, nicht durch Magnetfelder.
Implantate wie Metallprothesen oder Schrauben führen hier in erster Linie zu sogenannten Artefakten – das heißt, sie können die Bildqualität beeinträchtigen, weil sie Schatten oder Verzerrungen erzeugen.
Wichtig zu wissen:
- CT ist für Patient:innen mit Implantaten grundsätzlich sicher.
- Bei stark artefaktbelasteten Aufnahmen kann die Beurteilbarkeit jedoch eingeschränkt sein.
Implantate und MRT (Magnetresonanztomographie)
Das MRT arbeitet mit starken Magnetfeldern und Hochfrequenzimpulsen – nicht mit Röntgenstrahlen.
Hier können Implantate lebensgefährliche Komplikationen verursachen, wenn sie:
- magnetisch sind,
- sich erhitzen,
- oder durch Magnetkräfte im Körper verschoben werden.
Folgende Risiken bestehen je nach Implantattyp:
- Bewegung oder Verlagerung von Metallteilen (z. B. ältere Gefäßclips, Cochlea-Implantate)
- Erwärmung von Metallstrukturen (z. B. Elektroden, Stents)
- Funktionsstörungen bei aktiven Implantaten (z. B. Herzschrittmachern, Neurostimulatoren)
Moderne Entwicklungen – warum genaue Angaben heute wichtiger sind denn je
In den letzten zehn Jahren haben sich MRT-Technik und Implantatfreigaben stark verändert:
- Stärkere Magnetfelder (1,5 Tesla, 3 Tesla) und schnellere Gradienten (Feldwechsel) erhöhen mögliche Wechselwirkungen.
- Herstellerangaben zu Implantaten (sog. „MR-conditional“-Freigaben) sind sehr präzise – oft abhängig von:
- MRT-Feldstärke
- Temperaturgrenzen
- Positionierung im Scanner
- Kombinationen mehrerer Implantate (z. B. Stents plus Schrittmacher) müssen individuell geprüft werden.
- Risikoabschätzungen erfolgen heute nicht mehr pauschal, sondern differenziert je nach Gerätetyp und Untersuchung.
Was wir von Ihnen benötigen
Bitte informieren Sie uns unbedingt vor Ihrer Untersuchung, falls Sie eines der folgenden Implantate tragen:
- Herzschrittmacher oder Defibrillator (ICD)
- Cochlea-Implantat (Hörimplantat)
- Gefäßclips im Gehirn (Aneurysmenclips)
- Shuntsysteme (Liquorabfluss)
- Gelenkprothesen (z. B. Hüft- oder Kniegelenk)
- Metallplatten, Schrauben, Nägel nach Frakturen
- Wirbelkörperersatz
- Medikamentenpumpen oder Neurostimulatoren
- Insulinpumpen
- Ports zur Medikamentengabe
- gynäkologische oder urologische Implantate (Spirale, Genitalprothesen)
- Zahnimplantate (nur in Einzelfällen relevant)
- künstliche Fingernägel, Haarersatz oder -verlängerung
Bringen Sie bitte alle Ihnen vorliegenden Implantatausweise oder ärztlichen Unterlagen mit.
Nur so können wir Ihre Untersuchung sicher planen und das richtige Verfahren auswählen.
Zusammengefasst
- CT: Implantate beeinflussen meist nur die Bildqualität, die Untersuchung selbst ist sicher.
- MRT: Implantate können die Untersuchung verhindern oder Risiken bergen – eine individuelle Prüfung ist immer erforderlich, auch wenn Sie in der Vergangenheit bereits im MRT untersucht worden sind.
Ihre Sicherheit hat für uns oberste Priorität. Bei Fragen oder Unsicherheiten beraten wir Sie gerne schon vor Ihrem Termin.